Der Wald, mein Freund – Künstliche Erinnerung in Bildern
In einer Welt, in der Erinnerung zunehmend digital verwaltet, gespeichert und rekonstruiert wird, stellt sich die Frage: Was bleibt von unseren persönlichen Naturerfahrungen, wenn die Natur selbst nur noch ein Abbild ist?

„Der Wald, mein Freund“ ist eine visuelle Auseinandersetzung mit dem Begriff der künstlichen Erinnerung. Die gezeigten Bilder entstammen von Schnappschüssen der Smartphone-Kamera aus kindlichen Perspektiven. Mithilfe einer LoRA wurden neue Bilder generiert, auf Basis von Trainigsdaten des heimischen Waldes der schwäbischen Alb und des hessischen Waldes im Taunus. Das Projekt symbolisiert das Verhältnis zwischen vergangener Erinnerung und Realität.

In meiner Kindheit bis zum frühen Jugendalter, war und ist der heimische Wald der schwäbischen Alb eine vertraute Gegend für mich bis heute. Im Sommer waren wir mit der Freundesgruppe aus der Nachbarschaft jeden Tag draußen unterwegs, bauten Baumhäuser, spielten Verstecken oder erkundeten neue Orte. Dadurch hat sich für mich eine Liebe zur Natur entwickelt, in der ich heute noch gerne unterwegs bin zum Wandern mit meiner Freundin.

Zwischen Sehnsucht und Simulation, entsteht ein künstlicher Erinnerungsraum, der den Wald nicht dokumentiert, sondern imaginiert. „Der Wald, mein Freund“ ist ein Versuch, Nähe in der Abwesenheit zu finden – und eine Einladung, über die Art und Weise nachzudenken, wie wir Erinnerung heute erschaffen, bewahren und teilen.


